Mit der Aufforderung „Fasse Dich kurz!“ hatte die damals noch
staatliche Post jahrzehntelang Telefonhäuschen beklebt, um einer
übergebührlich langen Ausnutzung der vermeintlich knappen
Telefonleitungen entgegenzuwirken.

Später, als der in die unternehmerische Freiheit entlassene
Telekomkoloss kapierte, dass er mit Telefonieren Geld verdient, hieß
der Slogan „Ruf an!“. Heute beginnt die Aufforderung „voip mich“ Einzug
in die Alltagssprache zu halten – allerdings sehr zum Verdruss der
Deutschen Telekom. „voip mich“ oder auch „ich voip dich“ heißt nämlich
nichts anderes, als dass das Gespräch an den Telekomleitungen vorbei
übers Internet geht. Dahinter steckt zwar in den meisten Fällen immer
noch das technische Netzwerk der Telekom, aber bei der
Internettelefonie – im Fachjargon „Voice over Internet Protocol“ oder
eben kurz „VoIP“ genannt – kann der
Ex-Monopolist nicht einmal
ein Zehntel von dem verdienen, was er bislang den Deutschen fürs
Telefonieren in Rechnung zu stellen pflegte.
„Voip hält als Verb Einzug in den allgemeinen Sprachgebrauch vor allem
der jüngeren Generation“, sagt Gerhard Wenderoth, Geschäftsführer der
toplink GmbH, die den Vermittlungsknoten für VoIP-Telefonie im
Datenzentrum am zentralen deutschen Internet-Austauschknoten DE-CIX
(Deutscher Commercial Internet Exchange) betreibt, über den rund 90
Prozent des innerdeutschen Internetverkehrs fließt. Ein VoIP-Anruf bei
einem beliebigen Telefonanschluss innerhalb Deutschlands kostet 1,7 Cent pro Minute.
Ab 4,6 Cent pro Minute lässt sich ins Ausland telefonieren. Ein reines
VoIP-Gespräch, bei dem beide Seiten direkt mit dem Internet verbunden
sind, ist kostenfrei. Kein Wunder also, dass immer mehr Verbraucher
„lass´uns voipen“ sagen.