DRM-Probleme verzögern prognostizierten Boom
IPTV (Internet Protokoll TV) könnte in den nächsten Jahren den
Fernsehmarkt komplett reformieren. Die Konvergenz von
Breitband-Internet und Rundfunk sollen es möglich machen, dass die
Zuseher zwischen tausenden Programmen wählen können, ihre eigenes
Programm zusammen stellen oder interaktive Dienste nutzen. Zu diesem
Schluss kommt der Bericht "IPTV: Broadband meets
Broadcast" von Lovelace Consulting
http://www.lovelace.co.uk/.
Analysten von Informa Telecoms & Media
http://www.informatm.com/
prognostizieren, dass der weltweite Markt für
IPTV bis 2010 auf zehn Mrd. Dollar wachsen werde. Zurzeit gebe es 2,5
Mrd. IPTV-Abonnenten, binnen der nächsten fünf Jahre solle sich diese
Zahl verzehnfachen, so die Analysten.
Profitieren werden von dem Boom vor allem die Kabelbetreiber und
Telekommunikations-Unternehmen. Die Festnetz-Telefonanbieter geraten
durch Mobiltelefone und kostengünstige oder kostenlose VoIP-Dienste
zunehmend unter Druck, eines der neuen Hauptziele seien so genannte
"Triple Play"-Angebote, bei denen Sprachtelefonie, Video und
Datendienste aus eine Hand angeboten werden, so der Bericht. Obwohl die
IPTV-Anbieter die Kanäle zurzeit vorwiegend noch in Pakete bündeln,
könnten Programme weltweit abgerufen werde, sobald die
Breitband-Leitung mit dem TV-Gerät verbunden ist.
Inode hatte ursprünglich geplant, den IPTV-Dienst schon im Herbst
dieses Jahres zu launchen, wegen rechtlicher Probleme werde sich der
Start aber verzögern, so Inode-Sprecherin Gabriela Mair auf Anfrage von
pressetext. "Der Rollout-Plan ist noch nicht im Detail entwickelt,
zuerst muss die rechtliche Situation abgeklärt werden". Vor allem im
Bereich des "time shifts", also dem zeitverzögerten Abrufen von
TV-Programmen, sei die DRM-Lage problematisch, so Mair. Inode wird
zunächst in Ballungszentren starten, "vor 2006 rechnen wir noch nicht
damit. Wir wollen das MRPEG 4-Format verwenden und dafür nehmen wir
auch einen späteren Startzeitpunkt in Kauf", so Mail im Gespräch mit
pressetext. Der Umfang des Programms werde mit dem von Kabelbetreibern
vergleichbar sein, ebenso der monatliche Preis, so Mair. Wann die
Prognosen von tausenden interaktiven Kanälen realisiert werden, ließe
sich noch nicht abschätzen.
Auch der Softwaregigant Microsoft will von IPTV profitieren. Der
Konzern bietet zurzeit als einziger alle erforderlichen Applikationen
an. Dazu gehört Software für das Übertragen auf das Fernsehgerät, für
das Management von Inhalten und Kunden, das Billing und die
Settop-Boxen. Microsoft kooperiert im Bereich IPTV mit Alcatel.
Konkurrent Siemens hat im April dieses Jahres den Softwareanbieter für
Home Entertainment, Myrio, gekauft um sich in dem gerade erst
entstehenden Geschäft seinen Anteil zu sichern.