In einem Interview mit Technology Review meint der US-Kryptografie-Experte Phil Zimmermann, das in näherer Zukunft auf die neue Voice-over-IP-Technologie vermehrt kriminelle Attacken aus dem Internet kommen werden.
Zimmermann ist bekannt durch die Verschlüsselungstechnologie Pretty Good Privacy (

PGP). Wörtlich meinte er im Interview: "
Ich sage voraus, dass diese Verbrecher auch VoIP angreifen werden, sobald es weiter verbreitet ist. Wir sprechen hier über ein Abhören per Mausklick vom anderen Ende der Welt aus."
Zimmermann meint, die etwa in populären VoIP-Programmen wie Skype eingebaute Verschlüsselung ist nicht sicher genug, um Angriffe zu verhindern. Deren Ansätze erforderten "
die Dazwischenschaltung mehrerer Server – und einige von denen sind enorm unsicher." Ironisch stellt er die Frage: "
Was passiert, wenn der Server zum Beispiel in China steht?"
Zimmermann selbst hatte im September 2005 seine so genannte zFone-Verschlüsselungstechnologie für Voice-over-IP vorgestellt. Die ebenfalls auf PGP-basierende Verschlüsselung funktioniert zunächst nur auf dem Mac und existierte auch noch nicht als eigenständiges VoIP-Programm. zFone wird als Plugin für alle Internet-Telefonieprogramme angeboten und unterstützt dabei auch den SIP-Standard SIP.
zFone verschlüsselt mit Diffie-Hellman und verwendet einmalige Session Keys, die nur für eine einzige Telefonverbindung generiert werden, um dann wieder zu verfallen. Seine öffentliche Beta-Version kann man kostenlos von der Webseite Zimmermanns herunterladen. Mittlerweile steht die Software in den Versionen Mac OS X, Linux und Windows zur Verfügung.
Selbstbewußt meint Zimmermann weiter: "
Meine Lösung ist die einzige, bei der die Verschlüsselung durch den Sprachdatenstrom geleitet wird." Anders als bei der proprietären Software von Skype: Bei Skype sagt niemandem, wie sie funktioniert. Bei zFone ist der Quellcode offen!"